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Zulieferer

TISAX für Lieferanten: OEM-Anforderungen sicher erfüllen

Ohne TISAX-Label kein Auftrag: Wer Bauteile, Software, Entwicklung oder Dienstleistungen an OEMs und Tier-1-Lieferanten liefert, wird vertraglich auf ein TISAX-Label verpflichtet. Für Erstzertifizierer ist der Einstieg planbar – wenn die Anforderungen früh klar sind.

Unverbindlich testen – keine Verpflichtung, keine automatische Vertragsbindung.

Warum überhaupt

Weshalb OEMs TISAX fordern

Automobilhersteller geben hochsensible Informationen entlang der Lieferkette weiter – Konstruktionsdaten, Software, Vorserienteile. Statt jeden Lieferanten einzeln zu auditieren, hat die Branche mit TISAX ein gemeinsames Verfahren geschaffen: Ein Standort lässt sich einmal prüfen und kann das Ergebnis mehreren Auftraggebern bereitstellen. Für Lieferanten heißt das konkret:

  • Das Label ist häufig Voraussetzung für Ausschreibung und Nominierung
  • Eine einzige Prüfung wird von mehreren OEMs anerkannt
  • Nachweis schützenswerter Informationen gegenüber dem Auftraggeber
  • Vermeidung paralleler Einzelaudits durch verschiedene Kunden

Eine fachliche Gesamtübersicht zu Prüfzielen und Ablauf finden Sie auf unserer TISAX-Hauptseite.

Assessment-Level

AL2 oder AL3 – welches Level fordert der Kunde?

Das geforderte Assessment-Level (AL) gibt der Auftraggeber vor. Es richtet sich nach der Schutzbedarfsklasse der Informationen, mit denen der Standort umgeht.

LevelTypischer FallPrüftiefe
AL 2Standardfall für die meisten Lieferanten, vertrauliche DatenSelbstauskunft mit Plausibilitätsprüfung, in der Regel remote
AL 3Streng vertrauliche Daten oder PrototypenschutzVertiefte Prüfung mit Vor-Ort-Audit am Standort

Für AL 3 ist mehr Vorlauf einzuplanen: Vor-Ort-Termine, höhere Nachweisdichte und – bei Bezug zu Fahrzeugprojekten – das Prüfziel Prototypenschutz.

ENX und Fristen

Label-Austausch und Zeitplan

Label-Austausch über ENX

Das Ergebnis wird nicht als Zertifikat verschickt, sondern als Label über die ENX-Plattform freigegeben. Der Lieferant entscheidet, welchem Auftraggeber er sein Label zugänglich macht – derselbe Nachweis bedient so mehrere Kundenbeziehungen.

Fristen und Gültigkeit

Ein Label ist üblicherweise drei Jahre gültig. Für die Erstzertifizierung sind je nach Reifegrad und Level mehrere Monate einzuplanen – Registrierung, Selbstauskunft, Maßnahmen und der Prüftermin selbst. Spät reservierte Audittermine werden schnell zum Engpass.

Erstzertifizierer

In vier Schritten zum ersten Label

  1. 1

    Anforderung klären: Welches Assessment-Level und welche Prüfziele verlangt der Kunde?

  2. 2

    Standort und Geltungsbereich (Scope) festlegen, beim ENX registrieren.

  3. 3

    VDA-ISA-Selbstauskunft erstellen, Lücken schließen und Nachweise sammeln.

  4. 4

    Prüfdienstleister beauftragen, Assessment durchlaufen, Label über ENX teilen.

Häufige Fragen

Wir sind ein kleiner Zulieferer – brauchen wir TISAX wirklich?

Wenn der Auftraggeber es im Vertrag oder in der Ausschreibung fordert, ja. Die Unternehmensgröße spielt für die Pflicht keine Rolle; sie beeinflusst nur den Aufwand der Umsetzung.

Welches Level müssen wir anstreben?

Das gibt der Kunde vor. Der Standardfall ist AL 2. AL 3 wird verlangt, wenn streng vertrauliche Daten oder Prototypen im Spiel sind.

Wie lange dauert die Erstzertifizierung?

Realistisch sind mehrere Monate. Entscheidend sind der Ausgangsreifegrad, das geforderte Level und die Verfügbarkeit von Auditterminen. Früh registrieren verschafft Spielraum.

Können wir ein Label für mehrere Kunden nutzen?

Ja. Genau dafür ist TISAX gedacht. Über die ENX-Plattform geben Sie Ihr Label gezielt mehreren Auftraggebern frei, ohne pro Kunde ein eigenes Audit zu durchlaufen.

Als Lieferant planbar zum TISAX-Label

Von der OEM-Anforderung über AL2/AL3 bis zum ENX-Label – strukturiert und nachweisbar vorbereitet. Der Testzugang ist unverbindlich – keine automatische Vertragsbindung.

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